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Neue Nüchternheit und kritische Öffentlichkeit - die Niederlande und die europäische Integration
Vor dem Hintergrund der Ablehnung des Verfassungsvertrages argumentiert dieser Aufsatz, dass in den letzten Jahren ein einschneidender Wandel in der niederländischen Haltung bezüglich der europäischen Integration zu verzeichnen ist: Wo es früher noch einen allgemeinen ?wohlwollenden Konsens' gab, ist heute eine weitaus skeptischere Einstellung verbreitet. Eine deutliche Kluft zwischen Bürgern und Politik steht einem optimalen Funktionieren der niederländischen Demokratie innerhalb der Europäischen Union im Weg. Hinzu kommen neue Probleme, wie etwa der starke Zustrom von Einwanderern oder die negativen Begleiterscheinungen der Globalisierung, deren Lösung am ehesten dem Nationalstaat zugetraut wird. Im Hinblick darauf widmet sich der Autor der Frage, wie sich dieser Einstellungswandel auf die niederländische Europapolitik ausgewirkt hat, und welche Konsequenzen auf lange (Gestaltung des weiteren Integrationsprozesses) und auf kurze (Ratifizierung des Reformvertrages) Sicht daraus zu ziehen sind.